3, 2, 1 – Pitch! Innovative Ideen aus Ostdeutschland

Begrüßung und Rückblick durch Pascal Milfeit und Osman Sajid vor der Pitch Session

Am Nachmittag des 20. Mai 2026 fand das Halbfinale des bundesweiten Wettbewerbs From Lab to Market Challenge (FLTMC) in der Glasfabrik in Leipzig statt. Mehrere Teams aus (Nachwuchs-)Wissenschaftler:innen aus den Fachbereichen Chemie und Physik aus Halle (Saale) stellten ihre innovativen Ideen in einem fünfminütigen Pitch vor und kämpften um den Einzug ins Finale. 

Der Wettbewerb wurde von der Chemie-Startup-Initiative Chemstars in Nordrhein-Westfalen gegründet, mit dem Ziel, chemische Forschung gezielt in reale Unternehmen zu überführen. Im Mittelpunkt steht die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler:innen– Doktorand:innen, Postdocs und Forschenden aus Chemie, Materialwissenschaft und Biochemie – mit etablierten Industriepartnern wie Bayer, Evonik, Siemens, Henkel und Wacker. Eine Besonderheit des Formats ist die gezielte Ermutigung von Migrant:innen zur Unternehmensgründung in Deutschland. Getragen wird der Wettbewerb von einem Netzwerk aus Chemstars, TUM Venture Labs ChemSpace, dem Forum Rathenau, dem KOALA Startup Network und greenCHEM. Dieses Jahr nahmen zum ersten Mal Teams aus Ostdeutschland teil, wobei das Forum Rathenau die Region Ostdeutschland vertritt. 

Teilnehmer:innen der Teams FEINST und NextLayer, der Jury bestehend aus Dr. Julia Lyubina, Osman Sajid und Dr. Hanno Brümmer und den Moderatoren Pascal Milfeit und Osman Sajid (Foto: Ole Plönnigs)

Pascal Milfeit, Entrepreneur in Residence im Forum Rathenau e.V., betonte beim Halbfinale: „Das Besondere an der From Lab to Market Challenge in diesem Jahr ist, dass Chemstars den Wettbewerb erstmals bundesweit aufgesetzt hat. Nord, Süd, Ost und West kommen zusammen – und für die Start-ups vervierfachen sich damit auf einen Schlag die Netzwerke. Genau deshalb sind wir angetreten: um die Ostregion im nationalen Chemie-, Deep-Tech- und Kreislaufwirtschaftskontext sichtbarer zu machen.“ 

Zusammen mit Osman Sajid, Projektleiter und Mentor bei Startup Migrants, moderierte Pascal Milfeit die Pitches und begleitete das Publikum durch das Programm. Die Bewertung der vorgestellten Konzepte übernahm eine fachlich breit aufgestellte Jury: Dr. Julia Lyubina, Leiterin des Global New Business Development bei Evonik, Osman Sajid von Startup Migrants sowie Dr. Hanno Brümmer, Leiter der Abteilung Supply Chain and Logistics bei Covestro. 

Nach einer kurzen Einführung und einem ersten Kennenlernen fiel der Startschuss, und die Teams legten los. Gegenüber standen sich u.a. das Team FEINST und das Team NextLayer. 

Shixian Huang und Dr. Maria Gaudig vom Team FEINST beantworten Fragen zu ihrem Pitch

Im Team FEINST präsentierten die Postdoktorandin Dr. Maria Gaudig, der Doktorand Shixian Huang und der Forschungsgruppenleiter Dr. Haojie Zhang aus dem Projekt Grüne Molekülumwandlung (GMC) an der Martin-Luther-Universität Halle (Saale) ihre Idee, elektrochemische Prozesse für grünen Wasserstoff und nachhaltige Chemieproduktion effizienter zu machen. Mit FEINST integrieren sie ein patentiertes Magnetelement in eine kompakte Drop-in-Zelle – reproduzierbar und skalierbar. Denn, obwohl Magnetfelder die elektrochemische Leistung nachweislich steigern, sind bisherige Anlagen sperrig, teuer und nicht skalierbar. 

Beim Team NextLayer setzten die zwei Doktoranden Sebastian Zimmermann und Oliver Wolf sowie die zwei wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Torsten Hölscher und Dr. Matthias Maiberg von der Martin-Luther-Universität Halle (Saale) aus dem Fachbereich Physik alles daran, die Jury von ihrer Idee zu überzeugen. Die Forschung und Entwicklung im Bereich Dünnschichttechnologie in Europa verläuft bislang langsam und kostspielig und steckt in einer Phase des Ausprobierens fest – NextLayer ersetzt diesen Prozess durch KI-gestützte Simulations- und virtuelle Prototyping-Software. 

Nach den spannenden Pitch Sessions mit anschließender Frage-und-Antwort-Runde durften sich beide Teams freuen: FEINST und NextLayer haben sich für das Grand-Award-Event in Leverkusen am 25. Juni 2026 qualifiziert. Dort treffen sie auf die stärksten regionalen Teams aus Nord-, West- und Süddeutschland – und kämpfen um das Preisgeld von 10.000 Euro, das die weitere Entwicklung ihres Start-ups entscheidend voranbringen könnte. 

Vom 1. bis 20. Juni 2026 entscheidet das Publikumsvoting darüber, welches Team beim Grand Award Event am 25. Juni in Leverkusen den Preis gewinnt. Pro Person kann eine Stimme abgegeben werden.

Von Silea Reichstein

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