Veranstaltung
Nacht der Ideen:

Bewohnbarkeit der Erde – Auf welchem Boden stehen wir?

Bewohnbarkeit der Erde – Auf welchem Boden stehen wir?

In Kooperation mit dem Institut français Sachsen-Anhalt

Das Forum Rathenau und das Institut français Sachsen-Anhalt laden zu einem Tag für Familien und alle Interessierten ein, am Donnerstag, 18. Juni ab 16 Uhr im Kraftwerk Zschornewitz in Gräfenhainichen im Rahmen der Nacht der Ideen.

Nach langer Zeit ist das einst größte Braunkohlekraftwerk weltweit und heutige beeindruckende Industriedenkmal wieder offen für Veranstaltungen.

Genießen Sie die Atmosphäre in und um das Kraftwerk bei Kaffee und Kuchen von den Kraftwerkssenior:innen, der Wanderlesestunde des Institut français Sachsen-Anhalt und einem Angebot der ExperimentierWerkstatt des Forum Rathenau, Workshops zu Gesellschafts- und Umweltthemen für Groß und Klein sowie einem spannenden Abendprogramm ab 17.30 Uhr mit Diskussionsformaten.

Namhafte französische und deutsche Wissenschaftler:innen geben Einblicke in aktuelle Debatten und neue Perspektiven zu Zukunfts- und Umweltfragen. Absoluter Höhepunkt des Abends ab 20.45 Uhr ist die Band Les Taupes (Maulwürfe) von Philippe Quesne/Vivarium Studiozum Ausklang der internationalen Veranstaltung.

Die Veranstaltung findet mit deutsch-französischer Simultanübersetzung statt.

Foto: Sergei Balyberdin „Frost Foto“

Bewohnbarkeit der Erde – Auf welchem Boden stehen wir?

Die gegenwärtige ökologische Krise zeigt, dass bestehende Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle die Bewohnbarkeit der Erde gefährden. Gleichzeitig haben sie zu einer Entkopplung von globalen Prozessen und lokalen Lebensrealitäten geführt.

Eine wissenschaftliche Herangehensweise der Bewohnbarkeit der Erde muss daher Natur- und Sozialwissenschaften verbinden, unterschiedliche Maßstabsebenen integrieren, zivilgesellschaftliche Akteure involvieren und sich aktiv an gesellschaftlichen Transformationsprozessen beteiligen.

Letztlich geht es darum, eine kollektive Fähigkeit zur Gestaltung bewohnbarer Lebensräume zu entwickeln und der zunehmenden Unbewohnbarkeit entgegenzuwirken.

Die Menschheit ist zu einer geologischen Kraft geworden: Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Ressourcenerschöpfung zeigen, dass wir die Grundlagen unseres Lebensraums tiefgreifend verändern. Die Frage nach der Bewohnbarkeit der Erde ist deshalb nicht nur ökologisch, sondern auch sozial, kulturell und politisch.

Workshop-Teilnehmende im Kraftwerk Zschornewitz. Foto: Stefan Klink.

Wie sich die Bewohnbarkeit der Erde unter veränderten ökologischen Bedingungen neu denken lässt, ist das Thema des deutsch-französischen Formats vom Forum Rathenau e. V. in Kooperation mit dem Institut français Sachsen-Anhalt.

Die grenzübergreifende Veranstaltung bringt dazu Perspektiven aus Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft in einen gemeinsamen Dialog. Im Zentrum stehen dabei drei thematische Zugänge: Flüsse als Räume einer möglichen Diplomatie des Lebendigen, Böden als verletzte und zugleich lebenswichtige Grundlage neuer Fruchtbarkeit sowie postindustrielle Räume wie Zschornewitz als Orte, an denen sich ökologische, soziale und territoriale Transformationen besonders deutlich zeigen.

Am ehemaligen Kraftwerk Zschornewitz, einem Ort, an dem Transformation unmittelbar erfahrbar wird, lädt das Programm dazu ein, diese Fragen in einem offenen, partizipativen Format mit Workshops, künstlerischen Impulsen, Gesprächen und Diskussionsrunden gemeinsam zu erkunden. Perspektiven aus Deutschland, Frankreich und Europa ermöglichen Raum für Austausch, Reflexion und neue Verbindungen.

Informationen zur Anreise

[Details ausklappen]

Auto: Einen großen Parkplatz finden Sie 5 Minuten Fußweg entfernt am „Groschenmarkt“.

Bahn: S2/S8 bis S-Gräfenhainichen.

Bus: Der Bus 330 fährt ab S-Gräfenhainichen bis „Zschornewitz Klubhaus“. Die späteste reguläre Hinfahrt am Abend ist 16:38 Uhr. Danach und zur Rückfahrt kann eine On-Demand-Fahrt des „AnrufbusFlex“ über die Mopla-App gebucht werden.

Fahrrad: Ab Bahnhof Gräfenhainichen ist das Kraftwerk in 20 Minuten mit durchgängigem Radweg/Schutzstreifen erreichbar.

Programm

Ab 16 Uhr

Kaffee und Kuchen von den Kraftwerkssenior:innen

Angebote für Kinder und Jugendliche

16.30 Uhr

Frankophone Wanderlesestunde

Für Kinder ab 3 Jahre (Französischkenntnisse sind nicht nötig)

16 – 17:30 Uhr

Stand mit Experimentierstationen

Analysen im Umweltbereich von der ExperimentierWerkstatt des Forum Rathenau für Kinder.

Jede:r Interessierte hat Gelegenheit sich im Experimentieren auszuprobieren. Dabei lernt man nicht nur chemisch-analytische Labortechniken kennen, sondern wir gehen gemeinsam in den Austausch, was die ermittelten Ergebnisse bedeuten und was das für Folgen für unsere Umwelt hat.

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Planetares Zirkeltraining

Das Planetare Zirkeltraining gliedert sich in drei Workshop-Stationen, zu drei Themen rund um die Bewohnbarkeit der Erde.

Alle 30 Minuten ist ein Wechsel von einer Station zur nächsten möglich. Wer lieber bleiben möchte, kann auch bleiben und ein Thema vertiefen. 

16 – 17.30 Uhr

Workshop 1

Fließende Rechte – Impulse für die Rechte der Flüsse – Von der Loire zur Elbe

Ab 16 Jahre und Erwachsene.

Kartenspiel „Die Gesetze, die kommen“ mit Bruno Marmiroli, Leiter der Mission Val de Loire Weltkulturerbe

Wasser ist lebenswichtig für alles Leben auf der Erde, doch findet die Stimme des Wassers bei politischen Entscheidungen nur selten Gehör. Flüsse sind mehr als Landschaft. …

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Sie prägen die Lebensräume, in denen wir leben. Sie verbinden Böden, Wasser, Pflanzen, Tiere und menschliche Aktivitäten und überschreiten zugleich politische Grenzen. In Zeiten ökologischer Veränderungen werden sie zu Orten der Spannung, aber auch zu Räumen neuer Verbindung.

Der Workshop widmet sich der Frage, wie ein im Kontext der Loire entwickelter Vorschlag – die Anerkennung eines Flusses bzw. seines Einzugsgebiets als natürliche Rechtsperson – in einen anderen territorialen, rechtlichen und kulturellen Zusammenhang übertragen werden kann. Ausgangspunkt sind Karten zu spekulativen Gesetzen in Hinsicht auf die Rechte der Loire, die in deutscher Übersetzung gemeinsam gelesen, diskutiert und im Hinblick auf die Elbe weitergedacht werden. Im Mittelpunkt stehen Fragen der rechtlichen Übertragbarkeit und der gemeinsamen Erarbeitung möglicher Anpassungen ins deutsche Recht.

Workshop 2

Gut geerdet: Wie treten wir in Beziehung?

Ab 12 Jahre und Erwachsene.

Dr. Nina-Kathrin Wienkoop ist Politikwissenschaftlerin und Ethnologin sowie Autorin, Trainerin, Beraterin und Dozentin im Bereich der politischen Bildung.

Emily Poel ist Embodiment-Praktikerin, Pädagogin und Beraterin. Seit über fünfzehn Jahren entwickelt sie körperbasierte Methoden, mit denen untersucht werden kann, wie Lernen, Denken, Kreativität und Handlungsfähigkeit im Körper verankert sind. 

Bewohnen bedeutet mehr, als einen Ort zu nutzen. Es heißt, in Beziehung zu treten – zu den Lebewesen um uns herum und einem Ort mit seiner Geschichte und seinen Veränderungen. …

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Diese lassen sich nicht nur mit dem Kopf erfassen, sondern unmittelbar körperlich erleben. Die Art und Weise, wie wir stehen, fühlen, sprechen und atmen, prägt unser Denken und Handeln in der Welt. Kurze inhaltliche Impulse zu aktueller Demokratie- und Klimaforschung setzen den Rahmen. Der Fokus liegt jedoch auf dem eigenen Erleben: Auf welchem Boden stehen wir hier? Böden bleiben im Alltag oft unsichtbar, obwohl sie eine Grundlage unseres Lebens sind. 

Was gibt Halt in unsicheren Zeiten? Und wie kommen wir in die Verbindung mit der Erde von Zschornewitz – und miteinander? 

In dem Workshop wird untersucht, wie emotionale Zustände sich körperlich manifestieren – und in Energie, Klarheit und Absicht umwandeln lassen. Durch Übungen und Perspektivwechsel erfahren die Teilnehmenden, dass sie nicht nur Beobachter:innen des politischen Lebens sind, sondern aktive Mitgestalter:innen, die sich in Resonanz mit sich selbst, anderen und der Umwelt in der Welt bewegen. Das Gefühl von Verbindung und Verantwortung geht über den Workshop hinaus.

Workshop 3

Koexistenz: Wer lebt hier mit wem?

Ab 12 Jahre und Erwachsene.

Professor François Buscot ist Pflanzenbiologe und Ökologe a.D. am UFZ – Helmholtz Zentrum für Umweltforschung / Universität Leipzig – Gründungsdirektor des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).

Lynn Harles ist Designforscherin und arbeitet an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Design und Umweltschutz. Sie entwickelt designbasierte Methoden, um Menschen ins Gespräch zu bringen zu wünschenswerten sozio-ökologischen Lösungen.

Wie kann Renaturierung von industriellen Flächen so gestaltet werden, dass sie möglichst Vielen – auch nicht-menschlichen Lebewesen –  eine gesunde und lebenswerte Umgebung schafft? Wo gibt es vor Ort Schnittmengen und Begegnungen? Welchem Freiraum wollen wir der Natur überlassen? Und für wen ist Zschornewitz ein Lebensraum? …

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Bewohnbarkeit ist kein fester Zustand, sondern etwas, das aus Beziehungen entsteht. In diesem Workshop wird untersucht, wie Koexistenz vor Ort möglich wird – zwischen Menschen und der regionalen Artenvielfalt zwischen alten und neuen Nutzungen.

Anhand von Proben und kurzen Fragebögen untersuchen wir das Gelände rund um das Kraftwerk Zschornewitz: Wer lebt hier vor Ort? Moos, Pilze, Gräser, Vögel oder Insekten: Der Fokus der Erkundung liegt auf nicht-menschlichen Bewohner:innen, die wir im Alltag allzu oft übersehen. Viele Beziehungen sind für das menschliche Auge unsichtbar, etwa die Rolle von Pilzen. Wie können wir von Pilzen lernen? Und wie kann ein stark veränderter Ort wieder zu einem gelebten und geteilten Lebensraum werden? Hier wird mit den Händen gedacht. 

Lynn Harles ist Designforscherin und arbeitet an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Design und Umweltschutz. Sie entwickelt designbasierte Methoden, um Menschen ins Gespräch zu bringen zu wünschenswerten sozio-ökologischen Lösungen

Abendprogramm mit Dialogformaten und Musik

17.30 Uhr

Begrüßung

  • Professor Ralf Wehrspohn, Vorstandsvorsitzender des Forum Rathenau
  • Thomas Michelon, Botschaftsrat für Kultur, Bildung und Hochschulwesen – Leiter des Institut français Deutschland oder Julie Burgheim, Leiterin des Institut français Sachsen-Anhalt
  • Enrico Schilling, Bürgermeister von Gräfenhainichen, Vorstand des Forum Rathenau
  • Ortsbürgermeister Zschornewitz Raik Busse und Martina Schön, Vorstand des Forum Rathenau

Moderation: Elisabeth Weydt

Elisabeth Weydt ist Journalistin und arbeitet als freie Reporterin unter anderem für die ARD. Als Autorin wirkt sie in multimedialen Projekten mit und hat das konstruktive Medienhaus Radio Utopistan e. V. mitgegründet. Ihre oft internationalen, preisgekrönten Geschichten befassen sich mit Lieferketten, unterschiedlichen Weltbildern und der transformativen Kraft der Zivilgesellschaft.

17.45 Uhr

Impulse / Schlaglichter als thematische Einordnung

Prof. Dr. Jérome Gaillardet, Geochemiker, Professor für Geowissenschaften am Institut de physique du globe de Paris (IPGP), Mitglied des Institut universitaire de France, Ko-Initiator der Forschungsgruppe “Bewohnbarkeit der Erde” in Frankreich

Dr. Janine Hauer, Sozial- und Kulturanthropologin / Ethnologin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

18.10 Uhr

Auszüge aus dem Atlas des Anthropozän – Unkonventionelle Theater-Vorträge zu den großen Klimafragen unserer Zeit mit und von Frédéric Ferrer für alle ab 13 Jahren

Allein auf der Bühne und nur von einer PowerPoint-Präsentation begleitet, widmet sich Frédéric Ferrer mit Humor, Scharfsinn und Fantasie einem der zentralen Themen unserer Gegenwart: dem Klimawandel.

In seinem Zyklus theatraler Kartographien, „Atlas des Anthropozän“, untersucht der Regisseur, Schauspieler und ausgebildete Geograph erstaunliche, manchmal absurd wirkende Phänomene, die auf unerwartete Weise mit den Veränderungen unseres Planeten verbunden sind.

Mit einer Mischung aus wissenschaftlicher Neugier, Selbstironie und Spielfreude verwandelt er die klassische Konferenz in einen lebendigen Theaterabend: informativ, überraschend und zugleich höchst unterhaltsam. …

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„Wenn der Vektor seine Grenzen verlässt“ – Kartografie 3: Der Tigermoskito

Die Tigermücke, Autobahnraststätten, Dengue und Chikungunya (Beitrag zu einer Geographie der Epidemien)

Von und mit Frédéric Ferrer

Produktion: Compagnie Vertical Détour / Koproduktion: Domaine d’O, Départementales Zentrum für Kunst und Kultur, Hérault / Montpellier

„Das Problem Kaninchen“ – Kartografie 7

Oder wie das Kaninchen wirklich sehr interessante Fragen aufwirft, um eine ganze Reihe von Dingen in der heutigen Welt zu verstehen: Homo sapiens, Ökologie, Virus und Klammer.

Von und mit Frédéric Ferrer (mit der Mitarbeit von Hélène Schwartz, um zu recherchieren und wie ein Kaninchen zu denken)
Produktion: Compagnie Vertical Détour / Koproduktion: Maison des Métallos, Paris; Mit Unterstützung des Départements Seine-et-Marne

Frédéric Ferrer ist Autor, Schauspieler, Regisseur und Geograph. In seinen Arbeiten verbindet er Theater, Wissenschaft, Feldforschung und Performance, um die großen Umbrüche unserer Zeit zu befragen — vom Klimawandel über ökologische Krisen bis zu den Grenzen unserer Welt. Seit 2010 entwickelt er den „Atlas des Anthropozäns“, einen Zyklus theatraler Kartographien zwischen Vortrag und Performance. Seine Stücke wurden in zahlreichen Theatern und Festivals in Frankreich und international gezeigt.

Kleiner Umtrunk und Häppchen, ab 19 Uhr ist das Buffet eröffnet

19.00 Uhr

„River Sisters“ – Auszüge aus dem Dokumentarfilm von Cecylia Malik

Cecylia Malik macht die Flüsse selbst zu Akteurinnen des Protests. Ausgangspunkt ist der Widerstand gegen den geplanten Großstaudamm in Siarzewo an der Weichsel. Doch bald stehen auch Dunajec, Soła, Pilica und Raba im Zentrum einer künstlerischen und ökologischen Bewegung. Gemeinsam mit anderen Frauen gibt Malik den bedrohten Flusslandschaften eine Stimme. Ihr Engagement richtet sich gegen politische Interessen, Verwaltungsentscheidungen und die mächtige Wasserbau-Lobby — und setzt sich ein für lebendige Ökosysteme, intakte Landschaften und den Schutz von sauberem Süßwasser, einer der kostbarsten Ressourcen unserer Zeit.

[Mitwirkende]

Regie und Drehbuch von Cecylia Malik
Schnitt und Redaktion: Rafał Małecki
Sound: Krzysztof Ridan
Farbkorrektur: Michał Żołnowski.
Bilder: Piotr Dziurdzia, Cecylia Malik, Magdalena Mosiewicz, Joanna Urbaniec, Tomasz Gotfryd, Stanisław Barański, Bartolomeo Koczenasz.
Musik: Sutari von dem Album „Siostry Rzeki“ und Michał Zygmunt
Tanz: Ula Dziurdzia
Produktion: Cecylia Malik

19.30 Uhr

Diskussion zu Bewohnbarkeit der Erde mit zwei Diskussionsblöcken à 40 Minuten

Professor Jérome Gaillardet, Geochemiker, Professor für Geowissenschaften am Institut de physique du globe de Paris (IPGP), Mitglied des Institut universitaire de France, Ko-Initiator der Forschungsgruppe “Bewohnbarkeit der Erde” in Frankreich

Bruno Marmiroli, Leiter der Mission Val de Loire Weltkulturerbe

Professor Ralf Wehrspohn, Physiker und Universitätsprofessor.An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat er einen Lehrstuhl für Mikrostrukturbasiertes Materialdesign. Er ist Geschäftsführer des Deutschen Lithiuminstituts (ITEL) und Vorstandsvorsitzender des Forum Rathenau e.V.

Dr. Nina Wienkoop, Politikwissenschaftlerin und Ethnologin. Sie forscht zu Zeit und Prozessen der Veränderungen: In welchen Zeitlichkeiten denken wir? Wie lange dauert Veränderung?

Block 1 – Wie machen Wissenschaft, Kunst und Design planetare Veränderungen erfahrbar? …

[Beschreibung weiterlesen]

Leben ist nur in einer dünnen Schicht der Erde möglich – dort, wo Böden, Wasser, Atmosphäre und Lebewesen in komplexen Beziehungen miteinander verbunden sind. Diese verletzliche „Kritische Zone“ bildet die gemeinsame Grundlage aller Lebensformen.

Was verändert sich, wenn wir die Erde nicht länger als Ressource oder Hintergrund betrachten, sondern als ein begrenztes und lebendiges Milieu, von dem wir selbst abhängig sind? Welche Formen der Aufmerksamkeit, der Koexistenz und des Zusammenlebens entstehen daraus? Nicht mehr Eroberung und Kontrolle stehen dann im Zentrum, sondern die Frage: Wie lernen wir, innerhalb planetarer Grenzen zu leben – und mit anderen Lebensformen eine gemeinsame Welt zu teilen?

Block 2 – Wie können sich menschliche Praktiken, lebendige Milieus und materielle Kreisläufe neu zusammendenken lassen? …

[Beschreibung weiterlesen]

Bewohnen bedeutet mehr, als einen Ort zu nutzen. Es heißt, in Beziehung zu treten – zu Menschen, Materialien, Landschaften und den Rhythmen der Erde. Die Frage der Bewohnbarkeit stellt sich dabei immer auf mehreren Ebenen zugleich: lokal und global, alltäglich und planetarisch.

Im Zentrum steht die Frage, wie sich menschliche Praktiken, lebendige Milieus und materielle Kreisläufe neu zusammendenken lassen. Wie können Ressourcen vor Ort wieder nutzbar gemacht und lokale Kreisläufe gestärkt werden? Wie entstehen daraus neue Formen von Resilienz und gemeinschaftlichem Leben?

Im Austausch zwischen unterschiedlichen territorialen Kontexten – insbesondere zwischen Frankreich und Deutschland – treten verschiedene Formen geprägter Landschaften in den Blick: Flusslandschaften, landwirtschaftlich genutzte Räume oder durch Energiegewinnung veränderte Regionen. Gerade dieser vergleichende Blick eröffnet neue Perspektiven darauf, wie Bewohnbarkeit unter sich wandelnden Bedingungen gestaltet werden kann.

Konzert ab 20.45 Uhr

Ab 20.45 Uhr

Les Taupes (Maulwürfe) von Philippe Quesne/Vivarium Studio

Die Gruppe der riesigen Maulwürfe, entstanden im Rahmen von La Nuit des Taupes / Welcome to Caveland von Philippe Quesne, taucht regelmäßig aus dem Untergrund auf, um weltweit Konzerte und Performances zu geben (Frankreich, Belgien, Spanien, Schweiz, USA, Chile, Norwegen usw.). Ihr troglodytisches und zugleich traumhaftes Universum nimmt uns mit auf eine alternative Reise – voller elektrisierender Melodien, hypnotischer Theremin-Klänge, rauer Punkstimmen, getragen von der Energie des Schlagzeugers.

[Mitwirkende]

Konzept:
Philippe Quesne / Vivarium Studio mit der Gruppe Maulwürfe

Performance / Musik:
Léo Gobin (Gitarre), Sébastien Jacobs (Bass), Thomas Suire (Theremin / Synthesizer / DJ), Erwan Ha Kyoon Larcher oder Paul Ramon (Schlagzeug)

Produktion: Vivarium Studio 

Koproduktion: Nanterre-Amandiers, Kunstenfestivaldesarts. Die Performance wurde im Mai 2016 beim Kunstenfestivaldesarts uraufgeführt.

In Kooperation mit dem Forum Rathenau und dem Institut français Sachsen-Anhalt mit der Unterstützung der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, dem Deutsch-Französischen Bürgerfonds und dem Institut français (Paris). Das Forum Rathenau wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Diese Veranstaltung ist Teil des Programms des französischen Kulturnetzwerks in Deutschland „Neue Wege Eröffnen – Das Beste Europas“. Weitere Informationen

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