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Rückblick: Carls Café: Live-Podcast aus der Zukunft 2040

Moderator Michael Carl machte in der Live-Ausgabe des Podcasts „Carls Café“ am Sonntag, 13. September 2026 im Rahmen des Festival OSTEN auf Einladung des Forum Rathenau aus der Schaltwarte des Industriedenkmals Kraftwerk Zschornewitz ein spannendes Gedankenexperiment. Versetzten wir uns in die Welt 2040: Woher kommt unsere Energie? Ist sie knapp und teuer – oder so selbstverständlich wie Wasser aus dem Hahn? Von dort blickten wir zurück auf die Transformation: Was hat funktioniert, was nicht?

„Wir versuchen einen großen Sprung“, sagte er und versetze die Podiumsgäste Magnus Engelhard, Marko Berezhanskyy sowie Janina Hampel und das gesamte Publikum ins Jahr 2040. Rückblickend überlegten die beiden Schüler und „Jugend-forscht“-Preisträger Magnus aus Ellwangen in Baden-Württemberg und Marko aus Lindau in Bayern (ursprünglich aus der Ukraine und wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine geflohen) sowie die Lebensmittelchemikerin Janina Hampel aus Sandersdorf in Sachsen-Anhalt, wie sich ihr Lebensalltag mit Blick auf die Energiegewinnung verändert hat. 

Von links: Janina Hampel, Marko Berezhanskyy, Michael Carl und Magnus Engelhard beim Live-Podcast. Foto: Forum Rathenau/Sergei Balyberdin „Frost Foto“

Ein wichtiges Thema dabei war die Fortbewegung. Busse gibt es noch, berichteten sie, aber ohne Fahrer. Magnus meinte, Autos, die mit Diesel oder Benzin fahren, gibt es nicht mehr. Marko sagte, dass er das sehr gute öffentliche Verkehrsnetz nutzt und daher kein Auto braucht. Janina Hampel schreibt in ihrem autarken E-Auto Textnachrichten. Sicher sei es zunächst komisch gewesen, die Verantwortung abzugeben, aber man habe sich schnell daran gewöhnt.  

Michael Carl resümierte und meinte, das Leben sei nun viel entspannter, da es nicht mehr so wichtig wie früher sei, schnell zu fahren. Die Fahrt zur Arbeit sei nun Teil der Arbeit geworden, sagte auch Marko. 

Alle hatten zudem beobachtet, dass die Menschen wieder vermehrt aufs Land ziehen, denn der Hektik in der Stadt wollten viele entkommen. Durch die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr auch in den ländlichen Regionen sei das sehr attraktiv geworden. 

Janina Hampel, Marko Berezhanskyy und Michael Carl, Foto: Forum Rathenau/Sergei Balyberdin „Frost Foto“

Janina Hampel berichtete, dass sie bereits im Jahr 2026 aufs Land gezogen war. In ein Haus, in dem mehrere Generationen zusammenwohnten und die Gemeinschaft sich weitgehend selbst mit Lebensmitteln versorge. In ihrem Alter komme ihr der Zeitabschnitt bis zum Jahr 2040 gar nicht so lange vor, meinte sie, aber rückblickend berichtete sie, dass sie ein eigenes Windrad auf das Grundstück bauen konnten, denn die Genehmigungen dafür hätten nicht mehr so lange gedauert wie noch im Jahr 2026. Auch ein Stromspeicher sei auf dem Gelände vorhanden. Zudem gebe es ein Sportrad für den Energiebetrieb beispielsweise von Tablets und Laptops.  

Alle drei berichteten außerdem, dass es im Jahr 2040 nun ganz unterschiedliche Formen gab, um auf die häufiger vorkommenden heißen Tage zu reagieren. Marko berichtete von einem Hitzeraum mit Klimaanlage, der wie eine Bibliothek mit Gemeinschaftsraum eingerichtet sei. „Hier trifft man die coolen Leute aus dem Ort“, sagte er.  

Janina Hampel erzählte, dass schon im Jahr 2026 damit begonnen worden war, mehr Bäume für Schattenplätze zu pflanzen und sich das nun sehr auszahle. Außerdem wäre durch Entsiegelung dafür gesorgt worden, dass es weniger Asphaltflächen gebe. Auch die Baustoffe seinen an die neuen Bedingungen angepasst worden. Magnus erläuterte, dass die Forschung in Richtung Dämmstoffe intensiviert worden sei. Es gehe nun verstärkt darum, die Kälte im Haus zu halten und weniger darum, die Wärme im Haus zu speichern, denn die Winter würden nicht mehr so kalt.  

Es gab mal eine Zeit, in der die Stimmung eher schlecht war im Land, meinte Michael Carl. „Was hat dazu geführt, dass sie wieder besser wurde?“, fragte er.  

Michael Carl und Magnus Engelhard, Foto: Forum Rathenau/Sergei Balyberdin „Frost Foto“

Magnus sagte, das sei gewesen, als „der Sprung nach vorne“ geglückt sei und Elektroautos sowie Wasserstoff selbstverständlich genutzt werden konnten. Janina meinte: „Im Jahr 2026 war es wichtig, dass es Menschen gab, die weiter an das Gute geglaubt haben.“ Und Marko fügte hinzu, dass es sich im Jahr 2040 nun auch für die Menschen lohne regenerative und grüne Energieformen zu nutzen, denn sie seinen billiger geworden und die Menschen profitierten davon, sie zu nutzen.  

Es war eine schöne Reise für Publikum und Podiumsgäste, die gezeigt hatte, dass kreative Ideen auch im Energiebereich sehr wichtig sind und sich Vorbehalte rückblickend auflösen können, wenn sich auch die Bedingungen ändern.