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Rückblick: Neue Energie schöpfen: Wie kommen wir in Verbindung?

Foto: Forum Rathenau / Sergei Balyberdin „Frost Foto“

Impulse aus der Demokratieforschung setzten am Samstag, 19. September 2026 beim Festival OSTEN den Rahmen des Workshops, im Fokus steht das Erleben: Wie geben wir uns Halt in unsicheren Zeiten? Wie kommen wir in Verbindung – mit uns selbst und als Kollektiv?

Das Embodying Democracy Collective leitete den Workshop „Neue Energie schöpfen: Wie kommen wir in Verbindung?“ Die Veranstaltung lud ein, Emotionen als demokratische Praxis zu erforschen. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Demokratie nicht nur ein politisches System, sondern auch ein Rahmen ist, der körperlich erlebt werden kann. Zu Beginn verorteten sich die Teilnehmer:innen im Raum auf einer Skala zu den Fragen: Was erwartest du, wie sich das gesellschaftliche Miteinander bis 2033 verändert? Und wie sehr hast du das Gefühl, diese Situation beeinflussen zu können? 

Kurze Impulse aus Politikwissenschaft, Sozialpsychologie und Embodiment-Forschung bildeten den Rahmen. Nina Wienkoop, Demokratie- und Protestforscherin, gab beispielsweise Einblicke zum Vertrauen in staatliche Institutionen und Wahlen oder Wahlbeteiligung. Weiterführende Studien und Buchempfehlungen wurden mittels QR-Code bereitgestellt. Der Schwerpunkt des Workshops lag auf dem eigenen Erleben. Emily Poel, Embodiment Trainerin, leitete Übungen zu Emotionen und Körperwahrnehmungen an. Ihre Botschaft: Emotionen sind nie nicht da. „Man kann sie ein bisschen wie Wetter verstehen. Ständig passiert etwas: In unseren Beziehungen, in unseren Nachbarschaften und auf politischen Bühnen.“ 

Foto: Forum Rathenau / Sergei Balyberdin „Frost Foto“

Unterteilt in Zweierteams untersuchten die Mitwirkenden, wie sich emotionale Zustände wie Ohnmacht oder Einsamkeit körperlich manifestieren – und wie sie sich in Energie und Klarheit verwandeln lassen. Durch Übungen, Selbstreflexion und Perspektivwechsel erlebte die Gruppe: Die Art und Weise, wie wir fühlen, stehen, atmen, sprechen, zuhören und reagieren, prägt unser Denken und Handeln ganz unmittelbar. Schon kleine Veränderungen an der Körperhaltung können einen spürbaren Unterschied machen.  

Foto: Forum Rathenau / Sergei Balyberdin „Frost Foto“

So entstand im Atelier für gegenseitiges Interesse ein Gefühl von Verantwortung und Verbundenheit: „Ich bin aus Hamburg angereist und erlebe hier, wie viele tolle Menschen es vor Ort gibt. Das macht mir wieder Mut“, so Cornelia aus Hamburg. Emily Poel erinnerte: „Wir können Verbindung immer wieder neu herstellen, tausendmal am Tag.“ Und Nina Wienkoop gab beim Check-out noch mit auf den Weg: „Ein einzelnes Gespräch kann den Hebel umlegen: Von Ohnmacht zu dem Gefühl von Möglichkeiten und Gestaltungsmacht.“