
Im Rahmen des Festivals OSTEN am Freitag, 18. September 2026 präsentierte das Promotionsnetzwerk C-URGE auf Einladung des Forum Rathenaus einen Science Slam. Unter der Fragestellung „Wie erleben Menschen in verschiedenen Ländern die Auswirkungen des Klimawandels?“ trugen die Forscher:innen, in einer Turnhalle am ehemaligen Jugendclub 84 in Wolfen-Nord, Kurzgeschichten vor.
Drei Jahre lang haben Doktorandinnen und Doktoranden auf vier Kontinenten ethnologisch erforscht, wie sich der Klimawandel an verschiedenen Orten auswirkt und dort lokale Gemeinschaften verändert. Zum Abschluss der dreijährigen Forschung gab C-URGE auf dem Festival OSTEN schlaglichtartige Einblicke: Anhand konkreter Orte und Menschen wurde erlebbar, was jeweils dringlich ist.
Alle acht Doktorandinnen und Doktoranden begleiteten jeweils neun Monate lang Menschen in ihrem Alltag – in Deutschland, Kenia, Sri Lanka, Argentinien und Italien: Welche Strategien gibt es im Umgang mit der Klimakrise? Und was können wir voneinander lernen, indem wir dieses Wissen nutzbar machen?


Zu Beginn begrüßte Asta Vonderau, Professorin für Ethnologie und Vergleichende Soziologie aus Halle und eine der Leiterinnen des Netzwerks, das Publikum: „In unserem Fach geht es um die Vielfalt des menschlichen Zusammenlebens. Was wir gut können: Geschichten erzählen.“
Die englischsprachige Veranstaltung „Urgency around the world: Talking Science” wurde von der Science-Slammerin und Molekularbiologin Ina Hollerer moderiert. Für die Besucher:innen lagen auf den Stühlen Broschüren aus, die das Mitlesen der Präsentation in deutscher Sprache ermöglichten.

Bebilderte Kurzpräsentationen führten einmal rund um den Globus. Zu ehemaligen mitteldeutschen Braunkohlerevieren und den Oloolua Wald am Rande von Nairobi in Kenia: „Presence is how the forest is protected.” Zu Fischern in der Negombo-Lagune, die erleben, dass statt Monsun ein Zyklon eintritt oder Fische verschwinden: „Can we still trust the signs?“ Die Besucher:innen hörten von den Konflikten zwischen einer verwitweten Bäuerin und Elefanten in Sri Lanka und der langsamen Vergiftung von Land und Menschen in Argentinien: „What settles into the workers body, also settles into the plants, the soil, the wetlands.” Auch in der von Ölraffinerien geprägten Landschaft zwischen Augusta und Syrakus in Italien ist gemeinsame Kreativität zur Reparatur beschädigter Ökosysteme gefragt.
Der Abend zeigte auf eine berührende Art: Der Klimawandel ist nur eine von vielen Dringlichkeiten und tritt selten isoliert auf. Überall auf der Welt wünschen sich Menschen das Beste für ihre Kinder, Essen auf dem Teller und ein Dach über dem Kopf. Das kann verbindend sein – gegenseitiges Interesse vorausgesetzt. Und regt zum Nachdenken an: Was ist dringend in unserem Leben – bei uns vor Ort?

C-URGE ist eine EU-geförderte Forschungskooperation der schwedischen Universität Uppsala, der italienischen Universität Catania, der belgischen Universität KU Leuven und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle (Saale).






Mit: Helena Böhmová, Amber Rose Caine, Suranga Lakmal Kiri Hennadige, Dona Avishka Shamindry Sendanayake, Metztli Sarai Hernández García, Matías Menalled, Luisa Katharina Mohr und Jonny Grünsch