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Rückblick: So kunterbunt wie die Zukunft selbst – der Future Skills Parcours 2026 macht Schüler:innen fit für morgen

Nadine Slomma vom ABI LAB der Experimentierwerkstatt gibt eine Einführung in den Future Skills Parcours (Foto: Luise Köhler)

Der Future Skills Parcours geht in die zweite Runde: Nachdem das Workshop-Format des Forum Rathenau e.V. im vergangenen Jahr so erfolgreich war, fand es am 16. und 17. Juni 2026 wieder im Metalllabor Dr. Adolf Beck in Bitterfeld-Wolfen statt.

Von Silea Reichstein

Insgesamt 80 Schüler:innen nahmen am Future Skills Parcours 2026 teil: die Klasse 9 der Sekundarschule I Wolfen, die Klassen 10 und 11 des Europagymnasiums Walther Rathenau Bitterfeld sowie die Klassen 9, 10 und 11 der Helene-Lange-Schule Bitterfeld und der Berufsbildenden Schule Anhalt-Bitterfeld. Dabei ging es nicht nur darum, Theorie über Zukunfts-Skills zu hören, sondern auch den eigenen Stärken und Schwächen konnte man praktisch auf die Spur zu kommen. 

„Das Ziel des Future Skills Parcours ist die Befähigung der Schüler:innen für alles, was nach dem Abschluss kommt”, sagte Dr. Nadine Slomma, Leiterin der ExperimentierWerkstatt (ABI LAB) des Forum Rathenau bei der Einführung der Veranstaltung. Sie betonte, dass „nicht nur das Wissen zählt, sondern die Art zu denken, zu arbeiten und miteinander umzugehen“. 

Ausgerichtet wurde das Format vom Verein Forum Rathenau, in Kooperation mit zahlreichen Unternehmen und Einrichtungen aus der Region Bitterfeld-Wolfen. Vertreten waren die Unternehmen Miltitz Aromatics, das Riech- und Geschmacksstoffe herstellt, das Folienwerk Wolfen mit Fokus auf das Recycling von Kunststofffolien sowie Verbio, ein Hersteller von Biokraftstoffen. Als Bildungs- und Forschungseinrichtungen waren die Zukunftsschmiede Industriekultur, die Hochschule Anhalt und die Lernallianz H2HUB beteiligt. 

Im Laufe des Vormittags konnten die Schüler:innen aus den zehn angebotenen Workshops an vier Stationen ihrer Wahl teilnehmen und Einblicke in unterschiedliche Future Skills erhalten – von Kommunikations- und Teamfähigkeit über strategisches und nachhaltiges Denken bis hin zum Verständnis künstlicher Intelligenz, Kreativität, Geduld und Beharrlichkeit, experimentellen Fähigkeiten, Verantwortungsgefühl und technischem Verständnis. 

So vielfältig, wie die Zukunft gestaltet werden kann und die Future Skills sind, so kunterbunt waren auch die Workshopangebote. Beim Workshop „Experimentieren und verstehen“ wurde beispielsweise der Future Skill Geduld und Beharrlichkeit auf die Probe gestellt: Mitarbeiterin Viktoria Herpel vom ABI LAB stellte den Schüler:innen die Herausforderung, verschiedene Zuckerlösungen nach ihrer Dichte zu stapeln. Wer geduldig und beharrlich mit der Pipette umging, durfte sich am Endergebnis erfreuen – einem Reagenzglas in Regenbogenfarben. Nicht nur Viktoria Herpel war stolz auf die Ergebnisse, auch die Schüler:innen nahmen einiges mit: „Bei unserer Station ging es um Geduld. Da hat man schnell gemerkt, dass man vielleicht zu schnell und zu unsauber arbeitet. Man braucht Durchhaltevermögen, dass man, auch wenn es einmal nicht klappt, trotzdem weitermacht,“ so ein Schüler der 10. Klasse aus dem Europagymnasium Walther Rathenau in Bitterfeld. 

Beim Workshop „Strategisch denken und flexibel reagieren“ lernten die Schüler:innen auf spielerische Art und Weise die Skills Flexibilität und strategisches Denken kennen. Geleitet von der Laborantin Maria Taube vom Unternehmen Miltitz Aromatics wurden buchstäblich die Karten auf den Tisch gelegt: Durch das eigens entwickelte Kartenspiel „SENSEational CHEMISTRY“ versetzten sich die Schüler:innen in die Perspektive eines Unternehmens und mussten strategisch abwägen, ob sie Mitarbeiter:innen abwerben oder mehr Produkte herstellen, um am Ende den Sieg zu erringen. Maria Taube war zufrieden mit den Ergebnissen, denn ihr hat gefallen, „dass die Jugendlichen sich richtig angestrengt und konzentriert haben und man gemerkt hat, dass sie zügig zu einem Produkt kommen wollten“. Außerdem betonte sie die Relevanz des Future Skills Parcours: „Für Unternehmen ist so ein Tag wichtig, weil wir sehen, wie die Schülerinnen und Schüler denken, und mit ihnen ins Gespräch kommen“. 

Weitere spannende Workshops reihten sich in den Future Skills Parcours ein: Bei Stefanie Hannebohm vom Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld e.V. bauten die Schüler:innen im Team einen Kompass, bei Anja Friedrich und Jasmin Weiß vom Folienwerk Wolfen rätselten sie zum Folien-Recycling. Leo Kamps von der DenkWerkstatt des Forum Rathenau ließ die Schüler:innen einen KI-Agenten ausstatten, Lilli Förster vom Forum Rathenau eine Kreativitätsmethode ausprobieren, und Ralf Paul Schieferdecker schickte sie zusammen mit Josephin Heller auf eine Traumreise mit anschließendem Lego-Bau. Das H₂ HUB-Team mit Dr. Hartmut Lange und Mario Kabisch ließ die Jugendlichen Wasser erforschen, bei Janina Hampel und Laura Heynowitsch von Verbio ging es um positive Fehlerkultur im Rollenspiel, und Tim Mertens von der Hochschule Anhalt führte die Schüler:innen an eine hyperspektrale Bildgebung. Korbinian Biller, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Didaktik der Geographie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und beim JTC (Just Transition Center)-Teilprojekt EdTech, bot einen Workshop zum Thema Flexibles Denken, Umgang mit Kontingenz an.  

Ein intensiver Workshoptag ging zu Ende, und die Schüler:innen  kamen zur Auswertung zusammen. Die Stimmung war gelöst, die Rückmeldungen fielen sehr positiv aus: „Hier probiert man sich aus, arbeitet mit fremden Leuten zusammen und entdeckt neue Sachen “, so ein Schüler der 10. Klasse aus dem Europagymnasium Walther Rathenau in Bitterfeld. 

Wie geht es nun in Zukunft mit diesen wichtigen Fähigkeiten weiter? Nach dem bunten und lehrreichen Programm bleiben die ermutigenden Worte von Nadine Slomma im Kopf: „Ihr habt all diese Fähigkeiten bereits in euch – jetzt geht es darum, sie zu entfalten. Ihr braucht keine perfekte Ausrüstung dafür, ihr braucht nur den Anfang. Denn aus kleinen Gewohnheiten werden große Fähigkeiten und aus großen Fähigkeiten eine starke Zukunft.“