Wie klingt die Zukunft? – Schüler:innen basteln ein Windspiel aus Aluminium

Handy, Cola-Dose, Windkraftanlage, Haus, Auto.
Was haben all diese Dinge gemeinsam? Richtig, sie enthalten alle Aluminium.

Mit dieser Frage startete Ralf Paul Schieferdecker von der Zukunftsschmiede Industriekultur in den Workshoptag in Kooperation mit dem ABI LAB, der ExperimentierWerkstatt des Forum Rathenau.  Anfang Juni 2026 fanden sieben Schüler:innen einer 12. Klasse der Berufsschule Bitterfeld ihren Weg ins Labor des ABI LABs, das zum ersten Mal gemeinsam mit der Zukunftsschmiede Industriekultur einen Workshop anbot.

Im Fokus des Tages stand das Leitmaterial Aluminium, das eng mit der Transformationsgeschichte von Bitterfeld verknüpft ist. Denn in Bitterfeld wurde das Aluminium-Recyclingverfahren entwickelt, das heute weltweit im Einsatz ist – die Stadt gilt damit als Wiege der innovativen und nachhaltigen Alu-Wiederverwertung.

Als Aufgabe galt es allein oder im Team Aluminiumobjekte zu bearbeiten und zu einem Klangspiel zusammen zu basteln.

Das Labor des ABI LABs verwandelte sich zur Werkstatt des Workshops. Hier entdeckten die Schüler:innen im ersten Schritt die verschiedensten Formen von Aluminiumobjekten – ob lang, kurz, mit Löchern, rund, eckig, wellenförmig. Für alle Klänge was dabei!

Anschließend wurde gehämmert, geschliffen und geknotet – heraus kam ein wunderschönes Windspiel aus klangvollem Aluminium. Mit Werkzeug und Kreativität gestalteten die Schüler:innen ihre Werkstücke, bevor sie diese im letzten Schritt miteinander verbanden und ihr selbstgebasteltes Klangspiel zum Klingen brachten. „Die größte Herausforderung war es, die verschiedenen Windspiel-Teile miteinander zu verknoten und aufzuhängen“, so eine Schülerin.

Foto: Die Schüler:innen basteln gemeinsam das Aluminium-Klangspiel

Im Vordergrund stand für Ralf Paul Schieferdecker nicht das Lesen, sondern das Machen. „Die Schülerinnen und Schüler sollten in erster Linie ein Gefühl für das Material Aluminium bekommen und sich einfach mal ausprobieren“, sagte Schieferdecker. „Sie konnten erfahren, wie leicht es ist, wie es sich verformen und bearbeiten lässt. Und natürlich, wie es klingt.“ Sich spielerisch, kreativ und bewusst einem Material zu nähern, das uns im Alltag überall begegnet – das sei die Grundidee.

„Die Schüler:innen konnten erfahren, wie leicht Aluminium ist, wie es sich verformen und bearbeiten lässt. Und natürlich, wie es klingt.“

(Ralf Paul Schieferdecker)

Was am Ende blieb, war mehr als ein Klangspiel. „Ich habe heute erfahren, welche Eigenschaften und Besonderheiten Aluminium mit sich bringt, zum Beispiel, dass es sehr leicht ist (…) „, so eine Teilnehmerin.

Ein gelungener erster Versuch also – und ein vielversprechender Auftakt für die Experimente, mit denen die Zukunftsschmiede Industriekultur den Wandel der Region für junge Menschen gestaltbar machen will.

Die Zukunftsschmiede Industriekultur – ein Format des Forum Rathenau in Kooperation mit dem Bildungszentrum Bitterfeld-Wolfen – richtet sich an junge Menschen ab der 7. Klasse und fragt: Wie sehen nachhaltige Berufe aus? Unter anderem am Beispiel des Leitmaterials Aluminium möchte das Team der Zukunftsschmiede den Wandel und die Zukunftsperspektiven der Berufs- und Arbeitswelt in der Region Anhalt-Bitterfeld erfahrbar machen. Das Ziel ist es, einen Beitrag zur Berufsorientierung im ländlichen Raum zu leisten.

Der Workshoptag im ABI LAB war Teil einer Reihe von Zukunftsexperimenten – in denen das Projekt die geplanten Formate erprobt. „Da wir gerade in der Testphase unserer geplanten Formate und Workshops sind, war das eine tolle Möglichkeit, im Rahmen des ABI LABs ein paar Dinge auszuprobieren“, erklärt Ralf Paul Schieferdecker.

Foto: Die Schüler:innen präsentieren ihr Aluminium-Klangspiel

Von Silea Reichstein

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